Unser Sohn ist jetzt 12 Jahre und nahezu mit seinem Handy verwachsen. Man sieht ihn eigentlich nur im Schwimmbad ohne sein Smartphone in der Hand. Und beim Mittagessen, da bestehen wir als Eltern darauf. Ansonsten benutzt er es, wie vermutlich alle Jugendlichen heute, zum Spielen, Chatten, Filme und Serien gucken und…naja, für alles eben.

4,99€ Jamba-Klingelton-Abo lässt grüßen

Gestern bekomme ich von ihm eine Whatsapp-Nachricht mit einem Screenshot der SMS von Fonic, dass ein Drittanbieter 4,99€ abgebucht hat. Was das sei, fragte er, er habe nichts gemacht (Natürlich…). Mir schoss sofort die Jamba-Fernsehwerbung der 2000er in den Kopf, ohne die man nahezu keine 5 Minuten fernsehen konnte. Na, wer erinnert sich noch daran?

Was war das damals für ein Aufwand, so ein schnell abgeschlossenes Klingeltonabo zu kündigen. Du musstest STOP [beliebiges Wort] an irgendeine Nummer senden. Natürlich wurde nur das [beliebige Wort] akzeptiert, dass bei der Fernsehwerbung dieses einen Abos stand. Und natürlich war es jedes mal eine andere Stop-Nummer. Es war also nahezu unmöglich, ein einmal abgeschlossenes Abo zu kündigen. Glücklich konnte sich der schätzen, der eine Prepaidnummer hatte: Man musste schlicht und ergreifend die Nummer wechseln. Denn: Lud man 20 € auf wurden sofort die Abogebühren wieder abgebucht. Wöchentlich 4,99€. Die mit einem Vertrag die ein Jamba-Abo abgeschlossen hatten waren damals echt arme Würstchen.

Heute: Drittanbietersperre per Support-Chat

Da lobe ich mir doch 2017. Auf der Webseite des Mobilfunkanbieters gab es einen Support-Livechat. Dort kurz das Problem geschildert, Nummer und ersten 3 Zeichen des Passwortes haben gereicht und mir wurde eine Drittanbietersperre angeboten. Das übernahm die freundliche Chat-Dame direkt selbst, ebenso die Stornierung des Abos beim Drittanbieter sowie die Bitte um Rücküberweisung der 4,99€, da unser Sohn 12 und somit nicht geschäftsfähig ist. Schöne neue IT-Welt. Es ist eben nicht alles schlecht heute. Und einiges war früher eindeutig doofer.